Über uns

Die meisten Kinder kommen morgens zwischen 8:00 und 9:00 in den Kindergarten und beginnen den Tag mit dem Freispiel, je nach Jahreszeit und Wetter drinnen oder draußen. Nach der darauf folgenden Aufräumzeit findet ein Morgenkreis mit angeleiteten pädagogischen Angeboten wie Fingerspielen, Liedern, Reigen etc. statt. Dann frühstücken alle gemeinsam und gehen hinterher in den Garten. Zwischen 12:00 und 13:00 essen die Kinder ein vollwertiges, vegetarisches Bio-Essen aus der Kantine der FWSK. Für die Kinder, die nach dem Mittagessen nicht abgeholt werden, folgt eine Mittagspause mit Vorlesen und Ruhen, die kleineren schlafen häufig ein. Am Nachmittag findet die Spätbetreuung bis 16:30 meist im Garten statt. Abhängig vom jeweiligen Wochentag gibt es verschiedene Angebote wie Eurythmie, Brötchen backen und Aquarellieren.

Kindergartengruppen

Unser Kindergarten umfasst sechs Gruppen, insgesamt betreuen wir bis zu 100 Kinder. Wir haben vier altersgemischte Gruppen, die Schmetterlinge, Eichhörnchen, Einhörner und Zaunkönige,  mit jeweils 18 Plätzen für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt. In unserer Familiengruppe, den Amseln, gibt es 15 Plätze für Kinder von zwei Jahren bis zum Schuleintritt. Der Rosengarten ist unsere Kleinkindgruppe, hier werden bis zu elf Kinder im Alter von eineinhalb bis drei Jahren betreut. In allen Gruppen finden auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf einen Platz.

In jeder Gruppe sind mindestens zwei pädagogische Fachkräfte tätig. Unterstützt werden die Teams von Heilpädagog*innen, Praktikant*innen, FSJler*innen und Bundesfreiwilligen.

Die Waldorfpädagogik

Das pädagogische Konzept des Waldorfkindergartens basiert auf der Menschenkunde Rudolf Steiners, die den Menschen in seiner Ganzheit als körperliches, seelisches und geistiges Wesen sieht. Die Waldorfpädagogik versteht sich als kulturverbindende Pädagogik. Es gibt eine christliche Grundstimmung ohne konfessionelle Bindung. Die rhythmische Tages-, Wochen- und Jahreszeitengestaltung spielt eine wichtige Rolle, was sich in den Festen, Liedern und Sprüchen sowie in der Raumgestaltung widerspiegelt. Ein weiteres Kernelement der Waldorfpädagogik im Kindergartenalter bildet die Vorbildfunktion der Erziehenden und die Nachahmungskraft des Kindes. Auch die Schulung der Sinneswahrnehmung und die Anregung zum fantasievollen Spiel sind Grundelemente der Waldorfpädagogik, die sich zum Beispiel in der Verwendung natürlicher Materialien und organischer Formen zeigen.

Leitbild

Grundlage für das Pädagogische Konzept des Waldorfkindergartens Kreuzberg ist die Men­schenkunde Rudolf Steiners, die den Menschen in seiner Ganzheit erfasst nach seinem leib­lichen, seelischen und geistigen Wesen. Die äußeren gesellschaftlichen Bedingungen  und Gegebenheiten haben sich seit der Begrün­dung der Waldorfpädagogik sehr verändert, die Entwicklung des Menschen, verlaufend in be­stimmten Lebensabschnitten und Entwicklungsperioden mit bestimmten Grundbedürfnissen, ist jedoch weitestgehend unverändert geblieben. Nach der anthroposophischen Menschenkunde Rudolf Steiners gestaltet das kleine Kind in der Zeit bis zum Zahnwechsel seinen physischen Leib, es plas­ti­ziert die inneren Organe, die die Grundlage aller weiteren Entwicklung sind. Es braucht alle zur Verfügung stehenden Lebens-, Seelen- und Verstandeskräfte für diese Tätigkeit. 

Die von Rudolf Steiner in seinen Werken ausführlich beschriebene Sinnespflege in all ihren Möglichkeiten ist wesentlicher Bestandteil unserer Pädagogik. So ist die vorrangige Auf­­gabe aller das Kind umgebender Menschen, das kleine Kind zu umsorgen und ihm einen Raum für eine gesunde Leibesentwicklung zu schaffen und diesen Raum zu pflegen und zu schützen. In dieser Aufbauphase des Lebens möchten wir das Kind gemäß den Erkenntnissen der Waldorf­pädagogik entsprechend unterstützen und för­dern. Aus dem oben genannten ergeben sich die Bedingungen für die Umgebung des Kindes, in der es vielseitige Fähigkeiten und Begabungen entwickeln kann. Pädagogisches Leit­motiv für diesen Lebensabschnitt ist das Prinzip von Vorbild und Nachahmung. Wenn das Kind alles, was in seiner Umgebung vorgeht und was es wahrnimmt, nachahmen kann, ist gewährleistet, dass es in seinem eigenen Tempo, seinem eigenen Wesen nach und seinem Alter entsprechend ganz individuell seine Lerninhalte bestimmt und seine Lern-„Übun­gen“ durchführt. Das schließt nicht aus, dass das pädagogische Fachpersonal dem Kind spezielle, nötige Entwicklungshilfen gibt. Es bedeutet aber auch, dass das Kind ganz elementar das Vorbild, den anderen Menschen an seiner Seite braucht. Auf diese Weise werden die großen Entwicklungsschritte Gehen – Sprechen – Denken vom Kind angeeignet. 

Das kleine Kind lernt ganz aus dem Impuls der Nachahmung. Es will alles in seiner Umgebung Geschehende selbständig und aktiv nachahmen. Es will das Erlebte selber nachtun mit seinem ganzen Wesen. Das erfordert einen bewussten Blick des Erwachsenen auf das, was im Umfeld des Kindes an Taten und Worten geschieht und gesprochen wird. Der Erwachsene kann dem Kind nichts Vernunftbedingtes, Ethisch-moralisches durch Ab­strak­tion und Theorie beibringen, er kann jedoch alles Lernenswerte vorleben und das Kind lernt, was es lernen soll und kann.

Das Kind braucht Kontakt zum anderen Menschen, es lernt am Menschen das Menschsein, nicht an der Maschine , nicht am Gerät. Es lernt mit allen Sinnen, ist selbst ganz Sinnesorgan. Das Kind lernt mit großer Freude und Begeisterung. Die Kinder, die in den Kindergarten kommen, kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen, Familien und Sprachräumen. Doch alle Elternhäuser haben die Gemeinsamkeit, dass die Eltern wünschen, dass ihre Kinder nach den Gesichtspunkten der Waldorfpädagogik betreut werden. Für alle unsere Kinder schaffen wir diese Bedingungen. Als einzelne wertvolle Individuen werden sie in unsere Kindergartengemeinschaft aufgenommen. Unser Kindergarten hat eine christliche Grundstimmung, ohne konfessionell gebunden zu sein. Alle Kinder,  unabhängig von ihrem kulturellen und ethischen Hintergrund, sind bei uns willkommen. Die Waldorfpädagogik versteht sich als kulturverbindende Pädagogik, die deshalb auch in vielen Ländern der Welt vertreten ist. Die Werte des Waldorfkindergartens Kreuzberg sind identisch mit denen, die dem Berliner Bil­dungsprogramm zugrunde liegen. 

Geschichte

Der Waldorfkindergarten Kreuzberg e. V. wurde 1979 gegründet. Der anfangs eingruppige Kindergarten befand sich in einem ehemaligen Laden in der Obentrautstraße. 1983 entstand durch die stetig steigende Nachfrage der Wunsch nach neuen Räumlichkeiten. Seit 1986 befindet sich der Kindergarten gemeinsam mit der damals neu gegründeten Freien Waldorfschule Kreuzberg auf einem Gelände in der Alten Jakobstraße 10, im Erdgeschoss des ehemaligen Hauptkinderheims von Berlin, einem denkmalgeschütz- ten Gebäude von Max Taut aus dem Jahr 1965.

Träger und Finanzstruktur

Der Waldorfkindergarten Kreuzberg e. V. wird von den ErzieherInnen selbst verwaltet. Er finanziert sich durch gutscheinabhängige Zuwendungen der Berliner Senatsverwaltung für Kindertagesbetreuung und einkommensabhängige Zusatzbeiträge der Eltern. Der Verein ist gemeinnützig, steuerbefreit und Mitglied der Vereinigung der Waldorfkindergärten Berlin/Brandenburg e.V. und Deutschland e.V. sowie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns sehr wichtig. Darum gibt es bei uns verschiedene Arbeitskreise, in denen die Eltern sich mit ihren Fähigkeiten und Interessen einbringen.